Update – Erste Erfahrung im Rettungsdienst

Nun habe ich den 6. Ablauf hinter mir und bin um viele Eindrücke, Erfahrungen und Erkenntnisse reicher. In den 21 Schichten konnte ich bereits rund 80 Einsätze miterleben. Besonders in den letzten drei Abläufen konnte ich viele Erfahrungen sammeln, in dem ich meine ersten C- und D-Einsätzen leiten durfte.

Die grösste Schwierigkeit ist zur Zeit noch, dass man im Primary Survey nichts vergisst, und wenn man mal ins Stocken gerät, sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Wenn wir im ersten Jahr einen Einsatz leiten, sind wir in erster Linie für das Erheben der Vitalparameter und für die Anamnese zuständig. Dabei werden wir stets von unserem Berufsbildner oder einem dipl. Rettungssanitäter beobachtet. Die benötigten Massnahmen werden dann im Team festgelegt. Da uns im ersten Jahr noch der pathologische Hintergrund fehlt, erkunden wir uns jeweils bei unseren erfahrenen Kollegen, welche Massnahmen jeweils einzuleiten sind.

Mein erster Einsatz als Leader

Mein erster Einsatz, den ich leiten durfte, war eine Verlegung von einem Spital in eine Reha-Kinik. Dabei musste ich den Patient im Spital übernehmen und die für uns wichtigsten Daten beim Spital-Personal einholen. Bei der Fahrt ins Zielspital, bzw. in die Reha-Klinik musste ich den Patienten Betreuen und nebenbei das Protokoll schreiben. Bei einer normalen Verlegung sind die Patienten meistens stabil und benötigen keine intensive Betreuung / Behandlung. Es gibt aber auch Verlegungen, bei denen ein Arzt mitfährt und der Patient unter ständiger Beobachtung steht (z.B. bei einer IPS-Verlegung). In meinem Fall konnte ich mich aber auf das Schreiben des Protokolls konzentrieren. Weil es auch gleich mein erstes Protokoll war, war ich auch dementsprechend lange beschäftigt. Mein Kollege hat währenddessen sich mit dem Patienten unterhalten. In der Reha-Klinik musste ich dann den Patienten mit einem effizienten Rapport übergeben. Dies war dann eine weitere Hürde, die ich bei meinem ersten Einsatz nehmen musste. Am Ende waren alle zufrieden und ich sehr erleichtert.

Was für Einsätze hatte ich bereits?

  • Selbstunfall mit Auto / mit Velo
  • Verkehrsunfall Velo gegen Auto
  • Stich- und Schnittverletzungen
  • Frakturen an Extremitäten
  • Liegetrauma
  • Bewusstlosigkeit
  • Herz-Kreislaufstillstand 
  • Kind mit RQW (Riss-Quetsch-Wunde)
  • Fieberkrampf / Krampfanfall
  • Hyperventilation / Panikattacken
  • Intoxikation (Alkohol Drogen)
  • Psychischer Notfall / Fürsorgerische Unterbringung (FU)
  • Verlegungen (Spital nach Spital / Reha-Klinik)
  • Verlegungen (nach Rega-Repatriierung)
  • Isoletten-Transporte (Transport von Frühgeborenen und Babys)

Insgesamt hatte ich in den 21 Schichten 81 Einsätze, dies macht einen Durchschnitt von rund 3.8 Einsätze pro Schicht. Die aktuellen Zahlen findest du unter „Meine Einsatzstatistik“.

1. Praktikum – “Spitex” – Meine Erfahrungen

Vom 20. Mai bis zum 31. Mai 2019 absolvierte ich mein erstes Praktikum, anlässlich meiner Ausbildung zum dipl. Rettungssanitäter HF. In diesen zwei Wochen war ich mit der Spitex Zürich unterwegs und habe gelernt, welche wichtigen und verantwortungsvollen Aufgaben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex haben.

Der Name Spitex steht für “Spitalexterne Hilfe und Pflege”. Die Hauptaufgaben von diesen Organisationen ist es, den Menschen in allen Altersgruppen Zuhause zu helfen und zu pflegen. Sie ermöglichen den Menschen so, das Wohnen und Leben zu Hause, im gewohnten Umfeld.

An den ersten zwei Tagen wurde mir das Zentrum und das Team vorgestellt und ich konnte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihren Einsätzen über die Schultern schauen. Ab dem dritten Tag konnte ich dann selbst Hand anlegen und meine ersten Erfahrungen in der Pflege sammeln.

Warum ein Praktikum in der Spitex?

Bei der Spitex betreut man meistens ältere Menschen, die noch zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld wohnen. Im Rettungsdienst hat man auch häufig mit älteren Menschen zu tun. Daher ist es wichtig, dass man lernt mit älteren Menschen umzugehen und dabei Ihre Bedürfnisse kennt. Man kann zum Beispiel einen 90-lährigen Mann nicht mit einem 20-jährigen Mann vergleichen. Ältere Menschen sind meistens nicht mehr so schnell, hören evtl. nicht mehr so gut und das Sehen kann stark eingeschränkt sein. Dann ist es wichtig, Geduld zu haben und den älteren Menschen sämtliche Massnahmen und Diagnosen kurz und verständlich zu erklären.

Im Praktikum hatte ich daher öfters mit älteren Menschen, die stets freundlich und interessiert waren, zu tun. Bei der Körperpflege habe ich die Kundinnen und Kunden stets über das weitere Vorgehen informiert, und mich über ihre Bedürfnisse erkundigt. Dies kam dann immer sehr gut an und ich erlangte so sehr schnell ihr Vertrauen. Viele wollten wissen, was ich genau mache und warum ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex begleite. Ich habe Ihnen dann erklärt, dass ich bei Schutz und Rettung Zürich arbeite, die 3-jährige Ausbildung zum dipl. Rettungssanitäter HF absolviere und anlässlich dieser Ausbildung auch ein Praktikum bei Spitex machen darf. DIes fanden sie dann sehr toll. Die meisten Kundinnen und Kunden der Spitex waren zudem sehr kommunikativ. Dadurch entstanden teilweise auch sehr interessante und lustige Gespräche.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex war sehr hilfsbereit und motiviert. So konnte ich in diesen zwei Wochen vieles von ihnen lernen und natürlich auch selbst ausprobieren. Mir wurden die Aufgaben stets bestens erklärt und gezeigt, damit ich es dann die Aufgaben auch korrekt ausführen konnte. Fragen wurden mir dabei immer ausführlich und verständlich erklärt. So konnte ich vieles aus diesem Praktikum mitnehmen.

Interessant war auch zu sehen, wo die Schnittstellen sind und wie bzw. wo wir die Zusammenarbeit verbessern können.

Meine Aufgaben im Praktikum

  • Unterstützen bei der Körperpflege
  • Unterstützen beim Anziehen
  • Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
  • Unterstützung bei der Mobilisation
  • Sich mit Kundinnen und Kunden unterhalten
  • Medikamente richten / verabreichen
  • Blutdruck, Puls und Blutzucker messen
  • Einsätze vorbereiten und protokollieren

Neben den Aufgaben der Pflege konnte ich mich auch in Sache Stadtkunde verbessern. Weil wir Hauptsächlich mit dem E-Bike unterwegs waren, konnte ich so zwei Wochen lang ein ganzes Quartier besser kennenlernen. Mit einem E-Bike ist man sehr flexibel und kann so eine Stadt wie Zürich sehr gut und vor allem ohne grosse Anstrengungen erkunden und kennenlernen. Vermutlich werde ich mir in der nächsten Zeit ein E-Bike mieten und weitere Teile der Stadt zu erkunden.

Mein Fazit

Es waren auf jeden Fall zwei spannende und abwechslungsreiche Wochen. Ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln und interessante Kontakte knüpfen. Zudem ist man viel draussen unterwegs, und kann so eine Quartier besser kennenlernen. Wenn man mit dem Velo oder E-Bike unterwegs ist, macht man auch gleich noch etwas für seine Fitness. Ein Praktikum bei der Spitex ist aus meiner Sicht sehr empfehlenswert.