Fahrtraining mit dem Rettungswagen RTW

Anfangs November absolvierten wir Auszubildenden (SRZ) im ersten Ausbildungsjahr ein eintägiges Fahrtraining mit den Rettungswagen. Dabei ging es darum, die Dimensionen und das Verhalten des RTW’s kennenzulernen und in einem geschützten Umfeld verschiedene Manöver und Übungen durchzuführen.

Ein Rettungswagen (kurz RTW) unterscheidet sich wesentlich von einem normalen Personenwagen (kurz PW). Deshalb ist es für uns Auszubildenden sehr wichtig, dass wir die Dimensionen und das Verhalten von unseren RTW’s kennen. Ein normaler RTW hat folgende Abmessungen:

RTW PW
Länge:ca. 6.60 mca. 4.70 m
Breite:ca. 2.25 mca. 2.00 m
Höhe:ca. 2.70 mca. 1.50 m
Gesmtgewicht:ca. 5’000 kgca. 1’600 kg
Getriebe:Automatik

Besonders beim Manövrieren an engen und unübersichtlichen Stellen ist eine achtsame Fahrweise ratsam. Sofern möglich, kann eine Person zur Hilfe beigezogen werden. Straßensignale, Vordächer, Markisen usw. stehen oft weit in den Weg hinein. Von der Fahrerseite aus sind diese Hindernisse wegen des toten Winkels kaum zu erkennen. Auch im Notfall sollte man daher in engen Situationen langsam und kontrolliert fahren.

Beim Fahren auf der Strasse muss dem Fahrzeugüberhang (hinten) eine besondere Beachtung geschenkt werden. Die meisten RTW’s besitzen hinten ein festes Trittbrett, welches beim Abbiegen ausschwenkt. Dabei kann man andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Deshalb muss man vor und während dem Abbiegen immer den Überhang im Seitenspiegel kontrollieren.

Bei Fahren mit Sondersignal (Blaulicht und Wechselklanghorn) ist ebenfalls höchste Vorsicht geboten. Man hat zwar das Gefühl, dass die anderen Verkehrsteilnehmer ein Fahrzeug mit Sondersignal sofort wahrnehmen und Platz machen. Dies ist aber nicht immer so. Viele Autofahrer, Velofahren und Fussgänger nehmen uns nicht wahr oder erst sehr spät. Meistens sind sie durch laute Musik (im Fahrzeug, Kopfhörer, usw.) oder sonstige Handlunge abgelenkt. Zudem wissen viele Fahrzeugführer nicht, wie man richtig reagiert, wenn ein Fahrzeug mit Sondersignal von hinten folgt. Deshalb wird von uns stets „volle Konzentration“ und „vorausschauendes Fahren“ verlangt.

Folgende Manöver / Übungen haben wir durchgeführt:

  • Einparken, seitlich (links & rechts)
  • Einparken, rückwärts
  • Zielfahren / Hindernis (schmale Latte) überfahren (links & rechts)
  • Slalom fahren (vorwärts & rückwärts)
  • Fahrzeug wenden (bei engen Platzverhältnissen)
  • Hindernis durchfahren (Abschätzen der Fahrzeugbreite)
  • Fahrzeugsicherung
  • Notbremsung
Slalomstrecke, die vorwärts und rückwärts befahren wurde..

2. Praktikum – “Akutpflege” im Spital – Meine Erfahrungen

Vom 7. Oktober bis zum 25. Oktober 2019 absolvierte ich mein zweites Praktikum, anlässlich meiner Ausbildung zum dipl. Rettungssanitäter HF. In diesen drei Wochen war ich auf einer chirurgischen Bettenstation (Herz-, Neuro- und Traumachirurgie) im Stadtspital Triemli tätig. Ich habe mich im voraus sehr auf das Praktikum gefreut, weil ich zuvor noch nie in einem Spital beschäftigt war. Daher ging ich mit sehr viel Motivation und Interesse in dieses zweite Praktikum.

Bereits einige Wochen zuvor habe ich mich mit der zuständigen Person in Verbindung gesetzt, um die ersten organisatorischen Details zu klären. Ich arbeitete jeweils von Montag bis Freitag. In der ersten und dritten Woche war ich im Frühdienst (7:00 Uhr bis 16:00 Uhr) und in der zweiten Woche im Spätdienst (14:15 Uhr bis 23:00 Uhr) eingeteilt. Somit habe ich einen sehr guten Einblick in die umfangreiche pflegerische Arbeit im Spital erhalten.

Im Frühdienst war man hauptsächlich mit pflegerischen Aufgaben und mit der Überwachung der Patienten beschäftigt. Im Spätdienst war man neben den pflegerischen Aufgaben dann eher mit allgemeine und organisatorische Aufgaben (Reinigung, Retablierung der Materialschränke & Materialwagen, Medikamente richten, usw.) beschäftigt. Am späteren Abend hatte man dann auch mal Zeit für Fachgespräche mit den Kolleginnen und Kollegen, sowie für interessante Gespräche mit Patientinnen und Patienten. Bei den Gesprächen mit den Patientinnen und Patienten erfährt man oft auch sehr viel über ihre Bedürfnisse, ihre Ängste und Unsicherheiten, sowie deren Geschichte. Ich spürte auch ein grosses Interesse an meiner Person und meiner Ausbildung zum Dipl. Rettungssanitäter HF. So entstanden wiederum interessante Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, sowie mit den Patientinnen und Patienten.

Warum ein Praktikum in der Akutpflege / im Spital?

Es ist schon so, dass sich unser Job von dem der Pflege im Spital sehr unterscheidet. Dennoch haben wir vieles gemeinsam, unter anderem den Patienten. Für Rettungssanitäter in Ausbildung ist es wichtig, auch den weiteren Weg des Patienten zu verstehen. Nachdem der Rettungsdienst den kranken oder verunfallten Patienten in der Notaufnahme übergeben hat, geht es für den Patienten auf einer entsprechenden Abteilungen im Spital weiter. Entweder geht es direkt in den Operationssaal, auf die Intensivstation oder auf die Bettenstation (Akutpflege). Dabei ist für jede dieser Abteilungen eine gute Vorarbeit der Rettungssanitäter vorausgesetzt. Vor allem die richtige Therapie und eine vollständige Anamnese ist wichtig. Bei Verlegungen von Patienten (Spital nach Spital / Alter- & Pflegeheim / Rehaklinik / usw.) haben wir im Rettungsdienst auch direkten Kontakt zu diesen Abteilungen. Dann ist es aber genau umgekehrt, denn dann sind wir auf einen detaillierten und vollständigen Übergabe- / Austrittsrapport angewiesen. Um dies zu verstehen, was diese Abteilungen von uns benötigen (bzw. wir von ihnen), absolvieren wir verschiedene Praktika in den Spitälern. So auch in der Akutpflege.

Meine Aufgaben im Praktikum:

  • Unterstützung bei der Körperpflege
  • Unterstützung bei der Mobilisation
  • Unterstützung beim Toilettengang
  • Überwachung der Patienten (Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Temp.)
  • Führen von Überwachungsblättern
  • Retablieren von Materialschränken, Materialwagen, usw.
  • Legen und Entfernen von periphere Venenkatheter (Infusionen)
  • Blutentnahmen
  • Transport von Patienten (zur Operation, vom Aufwachraum, vom Notfall, usw.)
  • Assistieren bei ärztlichen & pflegerischen Interventionen (z.B. bei einer Pleurapunktion auf der Station)
  • Kommunikation mit den Patientinnen / Patienten
  • Begleiten der Patientinnen / Patienten

Mein Fazit

Dieses 3-wöchige Praktikum ging unheimlich schnell vorüber. Ich konnte wieder viele neue Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen. Ich hatte immer ein nettes und hilfsbereit Team um mich, welches mir bei Fragen und Unklarheiten stets zur Seite stand. Toll fand ich auch, dass ich viele Aufgaben selbständig ausführen konnte. So war ich immer beschäftigt und die Tage vergingen wie im Flug. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich dieses Praktikum im Stadtspital Triemli absolvieren durfte und kann das Praktikum in der Akutpflege auf jeden Fall weiterempfehlen.