Fahrtraining mit dem Rettungswagen RTW

Anfangs November absolvierten wir Auszubildenden (SRZ) im ersten Ausbildungsjahr ein eintägiges Fahrtraining mit den Rettungswagen. Dabei ging es darum, die Dimensionen und das Verhalten des RTW’s kennenzulernen und in einem geschützten Umfeld verschiedene Manöver und Übungen durchzuführen.

Ein Rettungswagen (kurz RTW) unterscheidet sich wesentlich von einem normalen Personenwagen (kurz PW). Deshalb ist es für uns Auszubildenden sehr wichtig, dass wir die Dimensionen und das Verhalten von unseren RTW’s kennen. Ein normaler RTW hat folgende Abmessungen:

RTW PW
Länge:ca. 6.60 mca. 4.70 m
Breite:ca. 2.25 mca. 2.00 m
Höhe:ca. 2.70 mca. 1.50 m
Gesmtgewicht:ca. 5’000 kgca. 1’600 kg
Getriebe:Automatik

Besonders beim Manövrieren an engen und unübersichtlichen Stellen ist eine achtsame Fahrweise ratsam. Sofern möglich, kann eine Person zur Hilfe beigezogen werden. Straßensignale, Vordächer, Markisen usw. stehen oft weit in den Weg hinein. Von der Fahrerseite aus sind diese Hindernisse wegen des toten Winkels kaum zu erkennen. Auch im Notfall sollte man daher in engen Situationen langsam und kontrolliert fahren.

Beim Fahren auf der Strasse muss dem Fahrzeugüberhang (hinten) eine besondere Beachtung geschenkt werden. Die meisten RTW’s besitzen hinten ein festes Trittbrett, welches beim Abbiegen ausschwenkt. Dabei kann man andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Deshalb muss man vor und während dem Abbiegen immer den Überhang im Seitenspiegel kontrollieren.

Bei Fahren mit Sondersignal (Blaulicht und Wechselklanghorn) ist ebenfalls höchste Vorsicht geboten. Man hat zwar das Gefühl, dass die anderen Verkehrsteilnehmer ein Fahrzeug mit Sondersignal sofort wahrnehmen und Platz machen. Dies ist aber nicht immer so. Viele Autofahrer, Velofahren und Fussgänger nehmen uns nicht wahr oder erst sehr spät. Meistens sind sie durch laute Musik (im Fahrzeug, Kopfhörer, usw.) oder sonstige Handlunge abgelenkt. Zudem wissen viele Fahrzeugführer nicht, wie man richtig reagiert, wenn ein Fahrzeug mit Sondersignal von hinten folgt. Deshalb wird von uns stets „volle Konzentration“ und „vorausschauendes Fahren“ verlangt.

Folgende Manöver / Übungen haben wir durchgeführt:

  • Einparken, seitlich (links & rechts)
  • Einparken, rückwärts
  • Zielfahren / Hindernis (schmale Latte) überfahren (links & rechts)
  • Slalom fahren (vorwärts & rückwärts)
  • Fahrzeug wenden (bei engen Platzverhältnissen)
  • Hindernis durchfahren (Abschätzen der Fahrzeugbreite)
  • Fahrzeugsicherung
  • Notbremsung
Slalomstrecke, die vorwärts und rückwärts befahren wurde..

2. Praktikum – “Akutpflege” im Spital – Meine Erfahrungen

Vom 7. Oktober bis zum 25. Oktober 2019 absolvierte ich mein zweites Praktikum, anlässlich meiner Ausbildung zum dipl. Rettungssanitäter HF. In diesen drei Wochen war ich auf einer chirurgischen Bettenstation (Herz-, Neuro- und Traumachirurgie) im Stadtspital Triemli tätig. Ich habe mich im voraus sehr auf das Praktikum gefreut, weil ich zuvor noch nie in einem Spital beschäftigt war. Daher ging ich mit sehr viel Motivation und Interesse in dieses zweite Praktikum.

Bereits einige Wochen zuvor habe ich mich mit der zuständigen Person in Verbindung gesetzt, um die ersten organisatorischen Details zu klären. Ich arbeitete jeweils von Montag bis Freitag. In der ersten und dritten Woche war ich im Frühdienst (7:00 Uhr bis 16:00 Uhr) und in der zweiten Woche im Spätdienst (14:15 Uhr bis 23:00 Uhr) eingeteilt. Somit habe ich einen sehr guten Einblick in die umfangreiche pflegerische Arbeit im Spital erhalten.

Im Frühdienst war man hauptsächlich mit pflegerischen Aufgaben und mit der Überwachung der Patienten beschäftigt. Im Spätdienst war man neben den pflegerischen Aufgaben dann eher mit allgemeine und organisatorische Aufgaben (Reinigung, Retablierung der Materialschränke & Materialwagen, Medikamente richten, usw.) beschäftigt. Am späteren Abend hatte man dann auch mal Zeit für Fachgespräche mit den Kolleginnen und Kollegen, sowie für interessante Gespräche mit Patientinnen und Patienten. Bei den Gesprächen mit den Patientinnen und Patienten erfährt man oft auch sehr viel über ihre Bedürfnisse, ihre Ängste und Unsicherheiten, sowie deren Geschichte. Ich spürte auch ein grosses Interesse an meiner Person und meiner Ausbildung zum Dipl. Rettungssanitäter HF. So entstanden wiederum interessante Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, sowie mit den Patientinnen und Patienten.

Warum ein Praktikum in der Akutpflege / im Spital?

Es ist schon so, dass sich unser Job von dem der Pflege im Spital sehr unterscheidet. Dennoch haben wir vieles gemeinsam, unter anderem den Patienten. Für Rettungssanitäter in Ausbildung ist es wichtig, auch den weiteren Weg des Patienten zu verstehen. Nachdem der Rettungsdienst den kranken oder verunfallten Patienten in der Notaufnahme übergeben hat, geht es für den Patienten auf einer entsprechenden Abteilungen im Spital weiter. Entweder geht es direkt in den Operationssaal, auf die Intensivstation oder auf die Bettenstation (Akutpflege). Dabei ist für jede dieser Abteilungen eine gute Vorarbeit der Rettungssanitäter vorausgesetzt. Vor allem die richtige Therapie und eine vollständige Anamnese ist wichtig. Bei Verlegungen von Patienten (Spital nach Spital / Alter- & Pflegeheim / Rehaklinik / usw.) haben wir im Rettungsdienst auch direkten Kontakt zu diesen Abteilungen. Dann ist es aber genau umgekehrt, denn dann sind wir auf einen detaillierten und vollständigen Übergabe- / Austrittsrapport angewiesen. Um dies zu verstehen, was diese Abteilungen von uns benötigen (bzw. wir von ihnen), absolvieren wir verschiedene Praktika in den Spitälern. So auch in der Akutpflege.

Meine Aufgaben im Praktikum:

  • Unterstützung bei der Körperpflege
  • Unterstützung bei der Mobilisation
  • Unterstützung beim Toilettengang
  • Überwachung der Patienten (Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Temp.)
  • Führen von Überwachungsblättern
  • Retablieren von Materialschränken, Materialwagen, usw.
  • Legen und Entfernen von periphere Venenkatheter (Infusionen)
  • Blutentnahmen
  • Transport von Patienten (zur Operation, vom Aufwachraum, vom Notfall, usw.)
  • Assistieren bei ärztlichen & pflegerischen Interventionen (z.B. bei einer Pleurapunktion auf der Station)
  • Kommunikation mit den Patientinnen / Patienten
  • Begleiten der Patientinnen / Patienten

Mein Fazit

Dieses 3-wöchige Praktikum ging unheimlich schnell vorüber. Ich konnte wieder viele neue Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen. Ich hatte immer ein nettes und hilfsbereit Team um mich, welches mir bei Fragen und Unklarheiten stets zur Seite stand. Toll fand ich auch, dass ich viele Aufgaben selbständig ausführen konnte. So war ich immer beschäftigt und die Tage vergingen wie im Flug. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich dieses Praktikum im Stadtspital Triemli absolvieren durfte und kann das Praktikum in der Akutpflege auf jeden Fall weiterempfehlen.

Checkliste für deine Reiseapotheke

Wenn du verreist, solltest du neben der Badehose, den Wanderschuhen und deinem Lieblings-T-Shirt auch an die Reiseapotheke denken. Es gibt nichts schlimmeres, wenn man in den Ferien erkrankt und die benötigten Medikamente zuhause vergessen hat. Ich habe versucht, für dich eine Checkliste, mit den wichtigsten Medikamente zusammenzustellen. Diese Liste ist natürlich nicht abschliessend, sie dient ausschliesslich als kleine Unterstützung bei der Zusammenstellung deiner passenden Reiseapotheke. Der Inhalt der Reiseapotheke stellt sich individuell zusammen und hängt von verschieden Faktoren ab:

  • Reiseziel (Malariagebiet, MERS-Gebiet, usw.)
  • Reisedauer
  • Reisestil (Abenteuer, Sport, Wellness, Kultur, usw.)
  • Person (Alter, Gesundheitszustand, Risikofaktoren )

Die folgenden Medikamente und Hilfsmittel sind grundsätzlich sehr empfehlenswert:

Übelkeit & Magen-Darmbeschwerden
o Medikament g. Übelkeit / Brechreiz
o Medikament g. Durchfall
o Medikament g. Verstopfung

Fieber & Erkältung
o Fieberthermometer
o Fiebersenkende Medikamente
o Schmerzmedikamente
o Medikament g. Schnupfen
o Medikament g. Ohrenschmerzen
o Medikament g. Husten
o Medikament g. Halsschmerzen
und Schluckbeschwerden

Persönliche Medikamente
o Medikamente aus einer laufenden Behandlung
o z.B. Blutdruckmedikamente
o z.B. Insulin inkl. BZ-Messgerät
o z.B. Blutverdünner

Insektenschutz
o Insekten- / Zeckenschutzmittel
o Medikament zur Behandlung von Insektenstiche
o Medikament zur Behandlung von allergischen Reaktionen

Sonnenschutz
o Sonnenschutzmittel
o Après-Soleil und Feuchtigkeitscreme
o Mittel gegen Sonnenbrand

Hygiene
o Desinfektionsmittel (Hände, Flächen)
o Einweghandschuhe (4-6 Paar)
o Mund-Nasen-Schutz

Wunden, Schürfungen, Prellungen
o Desinfektionsmittel für Wunden
o Wund- & Heilsalbe
o Heft- / Wundpflaster, Schnellverband
o Elastische Binde
o Sam Splint (Universalschiene)
o Salbe, Gel oder Spray zu Behandlung
von Prellungen und Verstauchungen

Ergänzende Ausstattung & Hilfsmittel
o Notfallausweis
o Impfausweis
o Medikamentenliste / -Pass
o Allergie-Pass
o Schere, Pinzette

Nun noch ein paar weitere wichtige und nützliche Tipps zum Schluss:

  • Überprüfe vor jeder Reise die Haltbarkeit deiner Medikamente. Abgelaufene Medikamente sind entsprechende zu entsorgen.
  • Nicht überall kann das Leitungswasser problemlos getrunken werden. Daher Leitungswasser immer zuerst kochen.
  • Malaria: Bei Reisen nach Afrika solltest du dich früh genug mit dem Thema Malaria auseinander setzten. Nützliche Tipps gibts HIER (BAG).
  • MERS: Bei Reisen in den mittleren Osten solltest du dich früh genug mit dem Thema MERS-CoV auseinander setzten. Nützliche Tipps gibt HIER (BAG).
  • Hast du Probleme mit deinen Venen, oder hattest bereits Thrombosen? Dann trage bei längeren (Flug-) Reisen Kompressionsstümpfe.
  • Wichtige, vom Arzt verschriebene Medikamente, solltest du unbedingt im Handgepäck mitnehmen.

Der 2. Schulblock und die ersten Lernzielkontrollen

Der zweiten Schulblock liegt bereits wieder mehrere Wochen zurück. Dieser 3-wöchige Schulblock begann, wie es sich für angehende Rettungssanitäter gehört, gleich mit 3 Lernzielkontrollen (schriftliche Prüfungen). Geprüft wurden die Fächer “Zyto- & Histologie”, “Blut- & Lymphsystem” sowie “Bewegungs- & Stützapparat” (Muskeln und Kochen). Die Grundlagen zu diesen Themen haben wir bereits im ersten Schulblock intensiv behandelt. Danach hatten wir etwas mehr wie einen Monat Zeit, uns diese Fachwissen anzueignen und uns auf die ersten Lernzielkontrollen vorzubereiten. Der zweite Schulblock ist hauptsächlich theoretisch ausgerichtet und es stehen nur wenige praktische Unterrichte und Fallbeispiele auf dem Programm.

Die ersten Lernzielkontrollen

Am ersten Schultag starteten wir um 8:15 Uhr mit der ersten schriftlichen Prüfung zum Thema “Zytologie und Histologie. Es war eine Prüfung mit Singel- und Multiple Choice Aufgaben, sowie z.B. bei der schriftlichen Führerprüfung. Man könnte meinen, dass die Prüfung so einfacher ist. Die Fragen und die Antworten waren aber sehr anspruchsvoll formuliert. Man musste das Thema verstanden haben, um eine gute Note zu erhalten. Wenn man versuchte, das Thema auswendig zu lernen, hatte man es eher schwierig. Teilweise musste ich die Fragen und Antworten 3-4 mal lesen, bis ich sie verstanden habe. Für die diese Prüfung hatten wir 45 Minuten zur Verfügung. Hilfsmittel waren keine erlaubt. Nachdem alle Studierenden ihre Prüfungen abgegeben hatten, hatten wir rund 10min. Pause.

Um 9:10 Uhr starteten wir dann schon in die nächste Prüfung zum Thema “Blut- und Lymphsystem”. Es war ebenfalls wieder eine Prüfung mit Singel- und Multiple Choice Aufgaben. Vom Thema und von den Fragen her war diese Prüfung schon etwas einfacher. Daher hatte ich ein sehr gutes Gefühl und ging etwas entspannter an die Prüfung ran.

Die letzte Prüfung startete anschliessend um 10:15 und beinhaltete Fragen und Aufgaben zum Thema “Bewegungs- und Stützapparat” bzw. “Muskel- und Knochenlehre”. Gegenüber den vorgegangenen Prüfungen mussten man bei dieser die Antworten selbst schreiben.

Die Themen im zweiten Schulblock

  • Anatomie / Physiologie
    • Nervensystem
    • Sinnesorgane
  • Kommunikation
    • Grundlagen
    • Team / Teamprozesse
    • Stressmanagement / Konflikt
    • Kommunikation mit Behinderten
    • Diversität und Kultur/Nationalität
  • Fallbeispiele
    • Technische Rettung
    • Fallbeispiele mit Schauspieler
  • Einsatzmethoden
    • Patientenbeurteilung (Inspektion, Auskultation, Palpation, usw.)
    • Karten und Navigation
  • Sicherheit und Hygiene
    • Mikrobiologie / Immunologie
    • Absicherung am Einsatzort
    • Schutzbekleidung
  • Projektwoche
    • Initiierung 1. Projektwoche

Update – Erste Erfahrung im Rettungsdienst

Nun habe ich den 6. Ablauf hinter mir und bin um viele Eindrücke, Erfahrungen und Erkenntnisse reicher. In den 21 Schichten konnte ich bereits rund 80 Einsätze miterleben. Besonders in den letzten drei Abläufen konnte ich viele Erfahrungen sammeln, in dem ich meine ersten C- und D-Einsätzen leiten durfte.

Die grösste Schwierigkeit ist zur Zeit noch, dass man im Primary Survey nichts vergisst, und wenn man mal ins Stocken gerät, sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Wenn wir im ersten Jahr einen Einsatz leiten, sind wir in erster Linie für das Erheben der Vitalparameter und für die Anamnese zuständig. Dabei werden wir stets von unserem Berufsbildner oder einem dipl. Rettungssanitäter beobachtet. Die benötigten Massnahmen werden dann im Team festgelegt. Da uns im ersten Jahr noch der pathologische Hintergrund fehlt, erkunden wir uns jeweils bei unseren erfahrenen Kollegen, welche Massnahmen jeweils einzuleiten sind.

Mein erster Einsatz als Leader

Mein erster Einsatz, den ich leiten durfte, war eine Verlegung von einem Spital in eine Reha-Kinik. Dabei musste ich den Patient im Spital übernehmen und die für uns wichtigsten Daten beim Spital-Personal einholen. Bei der Fahrt ins Zielspital, bzw. in die Reha-Klinik musste ich den Patienten Betreuen und nebenbei das Protokoll schreiben. Bei einer normalen Verlegung sind die Patienten meistens stabil und benötigen keine intensive Betreuung / Behandlung. Es gibt aber auch Verlegungen, bei denen ein Arzt mitfährt und der Patient unter ständiger Beobachtung steht (z.B. bei einer IPS-Verlegung). In meinem Fall konnte ich mich aber auf das Schreiben des Protokolls konzentrieren. Weil es auch gleich mein erstes Protokoll war, war ich auch dementsprechend lange beschäftigt. Mein Kollege hat währenddessen sich mit dem Patienten unterhalten. In der Reha-Klinik musste ich dann den Patienten mit einem effizienten Rapport übergeben. Dies war dann eine weitere Hürde, die ich bei meinem ersten Einsatz nehmen musste. Am Ende waren alle zufrieden und ich sehr erleichtert.

Was für Einsätze hatte ich bereits?

  • Selbstunfall mit Auto / mit Velo
  • Verkehrsunfall Velo gegen Auto
  • Stich- und Schnittverletzungen
  • Frakturen an Extremitäten
  • Liegetrauma
  • Bewusstlosigkeit
  • Herz-Kreislaufstillstand 
  • Kind mit RQW (Riss-Quetsch-Wunde)
  • Fieberkrampf / Krampfanfall
  • Hyperventilation / Panikattacken
  • Intoxikation (Alkohol Drogen)
  • Psychischer Notfall / Fürsorgerische Unterbringung (FU)
  • Verlegungen (Spital nach Spital / Reha-Klinik)
  • Verlegungen (nach Rega-Repatriierung)
  • Isoletten-Transporte (Transport von Frühgeborenen und Babys)

Insgesamt hatte ich in den 21 Schichten 81 Einsätze, dies macht einen Durchschnitt von rund 3.8 Einsätze pro Schicht. Die aktuellen Zahlen findest du unter „Meine Einsatzstatistik“.

Rückblick erster Schulblock & Fazit (Klasse und Schule)

Den ersten 6-wöchigen Schulblock haben wir nun hinter uns, und sind bereits in der praktischen Ausbildung im Rettungsdienst. Zeit um ein erstes Fazit zu ziehen.

Im Grossen und Ganzen bin ich mit dem ersten Schulblock sehr zufrieden. Der Unterricht war stets interessant und lehrreich. Besonders die Dozentinnen und Dozenten, sowie die Freelancer machten eine sehr guten Job. Sie kommen aus verschiedenen Rettungsdiensten aus der ganzen Schweiz (nicht nur von SRZ) und bringen so sehr viele unterschiedliche Erfahrungen mit. Die meisten sind zudem sehr interessiert an ihrem Job, und versuchen jedem Studierenden bei Fragen und Problemen zu helfen. Teilweise ist die Zeit für umfangreiche und komplexe Fächer etwas zu knapp berechnet. Zudem gab es auch ein paar wenige Lektionen, die man hätte streichen können, um so mehr Zeit für die komplizierten Fächer zu haben. Dies ist aber natürlich Ansichtssache, und jeder sieht dies etwas anders. Die meisten Lektionen hatten wir für die Module 4 (Rettungsgeräte), 5 (Einsatzmethoden) und 6 (Anatomie / Physiologie). Ausser den praktischen OSCE-Prüfungen hatten wir noch keine grösseren Lernzielkontrollen. Diese folgen dann im zweiten Schulblocks.

Übersicht über die bereits behandelten Themen:

– Modul 1: Grundlagen Ausbildung


Ausbildungsbeginn / -verlauf
Berufsbild, Arbeitsfelder, Kompetenzen
Qualifikationsverfahren
– Modul 3: Kommunikation

Kummunikationsmittel
– Funk / Polycom
– Modul 4: Rettungsgeräte









Medizinische Geräte
– Monitor, SpO2, Blutdruck, EKG
– Blutdruck manuell
Technische Rettung
– Halskragen & Helmabnahme
– Rettungsbrett & Beckengurt
– Immobilisation
– Vakummatratze & Schaufeltrage
– Rapid Extrication / Crash Bergung
– KED / BOA Rettung
– Modul 5: Einsatzmethoden






Patientenbeurteilung ABCDE
Skilltraining (praktisch Training)
Fallbeispiele
Infusionen und Injektionen
– peripher-venöse Zugang
– Perfusoren
Grundlagen “Pflege“
– Modul 6: Anatomie / Physiologie









Histologie & Zytologie
Naturwissenschaftliche Grundlagen
– Chemie und Biochemie
– Säure-Basen-Haushalt
– Wasser-Elektrolyth-Haushalt
Stütz- & Bewegungsapparat
– Knochenlehre
– Muskellehre
Kreislaufsystem
– Blut- & Lymphsystem
– Modul 7: Sicherheit / Hygiene
Hygiene im Rettungsdienst
– Modul 10: FallsimulationenABCDE inkl. Technische Rettung
– Modul 26: Berufsentwicklung


Lerntechniken
Lernwerkstatt
Selbststudium
– Modul 27: Qualifikationsverfahren



OSCE-Prüfungen
– BLS-AED
– Wendel- & Guedeltubus, Absaugen,
manuelle Airway-Manöver

Was mir auch sehr positiv in Erinnerung geblieben ist, war der Grillplausch in der ersten Schulwoche. Dabei konnten wir uns als Klasse zum ersten mal so richtig kennenlernen. Es gab viele interessante Gespräche und dies förderte unseren Klassenzusammenhalt enorm. Die meisten von uns trafen sich auch ausserhalb der Schulzeiten regelmässig , z.B. für ein Feierabend-Bier, zum Lernen, usw.. Wir sind ein recht bunter Haufen aus verschiedenen Regionen der Schweiz, mit unterschiedlichen beruflichen Vergangenheiten, und dennoch passen wir alle sehr gut zusammen und ergänzen uns hervorragend. Ich bin wirklich froh ein Teil dieser Klasse zu sein.

Ich habe mich auch bei meinen Schulkolleginnen und Schulkollegen umgehört und sie um ihre Meinung bzw. Fazit zum ersten Schulblock gebeten. Nachfolgend einige Kommentare von meinen Mitstudierende.

Das sagen meine Mitstudierenden zu unserer Klasse:

  • Kameradschaft und Zusammenhalt ist für die Ausbildung und generell für den Job sehr wichtig. Ich habe das Gefühl, dass das in unserer Klasse sehr weit oben steht, was die Priorität angeht.
  • Ich finde, man merkt es recht, dass Rettungssanitäter ein bisschen eine eigene Spezies sind. Dies bietet aber aus meiner Sicht sehr viel Vorteile für den Klassenzusammenhalt und die Kameradschaft an sich. So zum Beispiel, wenn man Interessen teilen kann, auf eine gute Art gleich verrückt ist, und man über das gleiche lachen kann. Ich finde unsere Klasse “Hammer” und mag es zum mit jedem einzelnen zu arbeiten.
  • Unsere Kameradschaft in der Klasse ist nicht so wie bei jeder anderen Erwachsenenbildung. Nein, unsere Kameradschaft ist mehr. Ich habe nicht nur eine grossartige Zeit in der Schule, sondern kann auch ausnahmelos jedem blind vertrauen.
  • Ich bin unheimlich stolz, ein Teil von diesem Ganzen zu sein.
  • Ich habe das Gefühl, dass wir in der Klasse einen Haufen ähnlich tickende Leute haben, was wahrscheinlich mit der Berufswahl zu tun hat. Durch dies ist der Zusammenhalt sehr stark.
  • Die Kameradschaft in der Klasse ist sehr gut. Vielleicht kommt das von der sozialen Seite des Berufs, aber ich denke eher, dass es von daher rührt, dass wir alle die selben Interessen haben. Da kommt auch gleich der Zusammenhalt dazu. Er ist sehr eng und ich glaube, jede und jeder würde ohne zu zögern dem anderen helfen, sowie die Klasse verteitigen.

Das meinen meine Mitstudierenden zur Schule (HFRB) und zu unseren Dozenten:

  • Die Schule und die Dozenten fördern die Kameradschaft und den Zusammenhalt in der Klasse und sind stets darauf aus, dass wir gute Rettungssanitäter werden.
  • Die Schule ist sehr gut. Sie ist sehr praktisch orientiert, und auch die Theoriestunden sind sehr gut aufgebaut. Die Dozenten sind humorvoll und fachlich sehr gut. Der Unterricht ist natürlich unglaublich spannend und lehrreich.
  • In der Schule wird viel praktisch gearbeitet. Wir tragen unsere Berufskleidung, um in der richtigen Rolle als Rettungssanitäter zu sein. Die meisten Dozenten, welche praktische Fallbeispiele begleiten, sind Rettungssanitäter, welche in einem in einem Rettungsdienst angestellt sind und punktuell in die HFRB zum unterrichten kommen. So lernt man viele Leute aus unterschiedlichen Gegenden kennen, dies ist sehr spannend, vor allem, wenn sie aus ihrem Berufsalltag erzählen.
  • Unsere Dozenten, die auch Rettungssanitäter sind, sind genauso auf unserer Wellenlänge. Dies macht der Unterricht spannend und lustig. Sie wissen, wie sie den Stoff schnell und verständlich vermitteln können.
  • Der Unterricht ist sehr praktisch, was für die Arbeit “draussen” sehr viel wert.
Unsere Klasse RSL 2019 F (Foto: HFRB/mr)

6. Schulwoche – Muskellehre, Fallbeispiele, Grundlagen Perfusoren, Grundlagen Blut- & Lymphsystem und die 2. OSCE-Prüfung

Die 6. und letzte Schulwoche war, wie die Woche zuvor, wieder sehr theorielastig. Die Themen waren aber sehr interessant, daher hat der Unterricht auch in der letzten Woche wieder sehr Spass gemacht.

Grundlagen Muskellehre

Wir haben die Grundlagen der Muskellehre kennengelernt. Jeder weiss was ein Muskel ist, und welches seine Aufgaben sind. Doch wir Rettungssanitäter wollen bzw. müssen es immer etwas genauer Wissen. Neben der aktiven Bewegung (Laufen, Halten) haben die Muskeln auch noch weitere Aufgaben, zum Beispiel die Wärmeproduktion. Durch die aktive Bewegung (mech. Arbeit)  entsteht auch Wärme als Nebenprodukt. Die hilft uns vor allem wenn wir kalt haben. Dann erzeugt der Körper mit den Muskeln (Kältezittern) bis zu 85% der Körperwärme. Neben den Aufgaben der Muskeln befassten wir uns auch u.a. mit den Eigenschaften der Muskulatur, den verschiedenen Muskelgewebsarten und deren Aufbau, sowie mit der Mechanik und der Namensgebung der Muskeln. Bis zu den Prüfungen im Juni müssen wir neben den oben aufgeführten Lernzielen, die rund 50 wichtigsten Muskeln auf deutsch und lateinisch benennen können. Dadurch ist das Thema „Muskulatur“ schon sehr anspruchsvoll.

Fallbeispiele

Am Dienstagnachmittag durften wir uns wieder an verschiedenen Fallbeispielen beweisen. Es ging in erster Linie wieder darum, ein sauberes und vollständiges Primary Survey (ABCDE-Schema) durchzuführen. Besonders im ersten Jahr wird auf diese Phase der Patientenbeurteilung und -betreuung sehr viel Wert gelegt, weil es sich hier um eine wichtige Grundlage im Rettungsdienst handelt. Für mich war dieser Nachmittag speziell, weil mein Berufsbildner (kurz BB) zu Besuch war. Unter den wachsamen Augen des Dozenten, meines BB’s und den Kollegen musste ich dann ein Fallbeispiel als Leader bestreiten. Besonders mein systematisches Vorgehen bei der Patientenbeurteilung und das kurze und prägnante Team Time Out (kurz TTO, oder 10s für 10min) wurde sehr positiv bewertet. Es gab aber auch konstruktive Kritik, die ich mir dann natürlich sehr zu Herzen nahm.

Grundlagen Perfusoren

Einen halben Tag haben wir uns noch mit den Spritzenpumpen, besser bekannt unter dem Namen Perfusor (geschützter Markenname), beschäftigt. Dies sind Geräte für die kontinuierliche Medikamenten-Verabreichung über eine bestimmte Zeit oder bei einer Dauerbehandlung. Sie kommen meistens auf Intensivpflegestationen (kurz IPS) zum Einsatz. Im Rettungsdienst kommen diese Geräte eher selten vor. Nur wenige Rettungsdienste haben eigene Spritzenpumpen auf ihren Fahrzeugen. Trotzdem müssen wir wissen, was diese Geräte können und wie man diese bedient. Im Unterricht konnten wir einen Perfusor vorbereiten und programmieren.

Grundlagen Blut- & Lymphsystem

In dieser Lektion haben wir die Grundlagen des Blut- und des Lymphsystems behandelt. Ich finde dieses Thema sehr interessant und habe mich daher auf diesen Unterricht gefreut. Es ist wie jedes andere Thema sehr umfangreich und man musste sich vorbereiten. Im ersten Teil haben wir uns neben den Aufgaben des Blutes, auch mit deren Zusammensetzung, den Blutbildern, den Blutzellen, der Hämostase (Blutstillung) und den Blutgruppen befasst.

Der zweite Teil handelte vom Lymphsystem. Das Lymphsystem ist ein Teil des Immunsystems und hat die Aufgaben, Gewebewasser, Eiweisse und Infektionserreger aufzunehmen und abzutransportieren. Es hat daher eine wichtige Aufgabe im menschlichen Körper. Im Unterricht haben wir die primären und sekundären lymphatischen Organe und deren Aufbau und Aufgaben kennengelernt.

2. OSCE-Prüfung

Am letzten Tag des ersten Schulblocks hatten wir nochmals eine praktische Prüfung. Bei diesen OSCE-Prüfungen werden wir auf die korrekte Anwendungen von verschiedenen Skills geprüft. An der ersten Prüfung (4. Schulwoche) stand die korrekte Durchführung der BLS-AED auf dem Programm. An dieser zweiten Prüfung wurden wir auf folgende Skills geprüft:

  • Manuelle Manöver Airway
  • Wendel-Tubus
  • Guedel-Tubus
  • Absaugen

Neben der richtigen Handhabung mussten wir auch Fragen zu den Indikationen, den Kontraindikationen und den Gefahren beantworten. Das ganze war aber sehr überschaubar, und bereits nach 15min. absolviert. Dennoch sollte man diese OSCE-Prüfungen nicht auf die leichte Schulter nehmen und sich entsprechend vorbereiten. Von den rund 30 Skills werden die wichtigsten ( 17 Skills/OSCE) an praktischen Prüfungen geprüft.

Die nächsten OSCE-Prüfungen finden Ende November statt. Dabei werden weitere 4 Skills geprüft. Dies sind die „stabile Seitenlage“, die „manuelle Blutdruckmessung“, die “Blutzuckermessung“, sowie den „Venösen Zugang“. In der praktischen Ausbildung im Rettungsdienst können wir diese Skills nun üben und trainieren.

Der erste Schulblock ist geschafft !!!

Nach sechs Wochen Schule war heute der letzten Tag des ersten Schulblocks. In diesen sechs intensiven Wochen konnten wir viel Neues lernen. Nun freuen wir uns, in den nächsten Wochen das Erlernte im richtigen Einsatz umzusetzen und dabei die ersten Zusammenhänge aus Theorie und Praxis zu erkennen.

Zuerst geniesse ich aber noch zwei freie Tage, bevor es am Sonntagabend mit der ersten Nachtschicht los geht. Es wird meine erste Nachtschicht im Rettungsdienst sein. Ich bin sehr gespannt was mich erwartet, und hoffe, dass ich in den nächsten paar Wochen viele Einsätze habe, bei denen ich einiges von meinen Kolleginnen und Kollegen lernen kann.

Besonders in unserem Beruf ist die Work-Life-Balance sehr wichtig (bei mir eher Work-Learn-Life-Balance). Daher unternehme ich in den nächsten zwei Tagen mit Freunden einen Kurztrip nach Stuttgart. So kann ich mich vom Lernstress der letzten Wochen etwas ablenken, und danach mit neuer Energie und viel Motivation die nächste Stufe der Ausbildung (praktische Ausbildung im Rettungsdienst) in Angriff nehmen.

Bis zum nächsten Schulblock im Juni gibt es noch einiges zulernen, und ich werde wohl etwas mehr Zeit mit Lernen verbringen als ich gedacht habe. Dennoch werde ich versuchen, dich regelmässig mit neuen Beiträgen zu füttern. In den nächsten Tag folgt noch der Beitrag zur 6. Schulwoche und ein Rückblick/ Fazit zum ersten Schulblock. Daher schaust du am besten in den nächsten Tag wieder vorbei.


Lernen mit digitalen Medien – Interessante App’s, Lernseiten und -videos für medizinische Berufe

Hier möchte ich dich über interessante und hilfreiche Apps, Internetseiten und YouTube-Channels mit hilfreichen Tutorials und Lernvideos informieren. Ich werde diese Seite von Zeit zu Zeit aktualisieren. Daher lohnt es sich, wieder einmal auf meinem Blog vorbei zu schauen. Wenn du noch weitere tolle, interessante und hilfreiche Internetseiten und App’s kennst, mit denen du gute Erfahrungen gemacht hast, freue ich mich auf deine Tipps.

Interessante Web-Sites für medizinische Recherchen:

Interessante YouTube-Channels mit interessanten Lernvideos:

Interessante Lern-Apps

B – Breathing (Beatmung) im Primary Survey

Sind die Atemwege frei und sicher, und liegt kein A-Problem vor, untersuchen wir den Patienten auf evtl. B-Probleme. Hier stellen wir uns folgende Fragen:

  • Ist eine normale Atmung vorhanden?
  • Wie ist die Atemfrequenz?
  • Gibt es abnormale Atemgeräusche (Auskultation)?
  • Wie ist die Sauerstoffsättigung?

Nachdem der Patient im A stabil ist, wenden wir uns der Beatmung des Patienten zu. Hierbei geht es um eine gleichmässige und suffiziente Belüftung der beiden Lungenflügel. Um dies zu kontrollieren verlassen wir uns in erster Linie auf drei Sinne “Sehen, Hören und Fühlen”. Zuerst schauen wir, ob sich der Thorax (Brustkorb) gleichmässig zur Atmung hebt. Trägt der Patient dicke Kleidung machen wir den Oberkörper frei oder legen unsere Hand auf die Brust, um die Hebung zu fühlen. Dabei zählen wir auch die Atemfrequenz aus. Diese hängt aber sehr stark vom Alter und von jedem Individuum ab. Hier eine Auflistung der normalen Atemfrequenzen:

  • Neugeborenen (-30 Tage) 30-60 Atemzüge/min.
  • Säugling (-1 Jahr) 30-60 Atemzüge/min.
  • Kleinkind (1-5Jahre) 22-40 Atemzüge/min.
  • Kind (6-12 Jahre) 18-30 Atemzüge/min.
  • Jugendliche 12-16 Atemzüge/min.
  • Erwachsenen 12- 16 Atemzüge/min.

Ist die Atemfrequenz niedriger als der Normwert, spricht man von Bradypnoe. Ist sie schneller, bezeichnet man dies als Tachypnoe. Der schlimmste Fall wäre die Apnoe (Atemstillstand). Nachdem wir die Thoraxhebung und die Atemfrequenz kontrolliert und ausgezählt haben, wird mit Hilfe eines Stethoskops die Lungen auskultiert (abgehört). Hierbei achten wir auf eine gleichmässige Belüftung der Lunge und auf Atem-Nebengeräusche wie zum Beispiel Brummen, Pfeifen, Giemen oder Stridor. Diese Nebengeräusche sind Anzeichen für Verengungen in den Atemwegen und Bronchien, sowie Ablagerungen von Schleim und/oder Sekretbläschen in der Lunge. Diese Untersuchungen werden, sofern möglich und die Situation es zulässt, immer vom Leader durchgeführt. Die pulsoxymetrische Sauerstoffsättigung (SpO2), die mit dem Monitor gemessen wird, ist eine weitere wichtige Untersuchung. Sie ist ein Teil des Monitoring’s (Sauerstoffsättigung, Blutdruck, EKG) und wird meistens an den Kollegen delegiert. Hier liegt der Normwert bei ca. 97 – 100 %. Liegt der Wert der Pulsoxymetrie unter 90%, sollte dies mit der Gabe von Sauerstoff (O2) behandelt werden. Unter 85% spricht man von einem kritischen Wert. Bei einem Traumapatienten geben wir grundsätzlich immer, unabhängig der laufenden Untersuchung, zusätzlich Sauerstoff (O2).

Massnahmen für die Behandlung eines B-Problems:

  • Atemunterstützende Lagerung
  • Sauerstoffgabe über
    • Nasenbrille (1-6 l/min.)
    • Maske (8-10 l/min.)
    • Maske mit Reservoir (10-15 l/min.)
  • Beatmen
    • kontrollierte Beatmung
    • assistierte Beatmung
  • Entlastungspunktion (bei einem Spannungspneumothorax)

Die Beatmung

Bei der Mund-zu-Mund Beatmung, wie sie zum Beispiel bei der Laien-Reanimation üblich ist, liegt die Sauerstoffkonzentration bei ca. 16%. Im Rettungsdienst kommt die Beutelbeatmung zum Einsatz. Hier liegt die Sauerstoffkonzentration (ohne zusätzliche O2-Gabe) bei 21%. Bei der Beutelbeatmung hat man noch die Möglichkeit, zusätzlich Sauerstoff beizumischen, um eine maximale Sauerstoffkonzentration im Blut zu erreichen. Je nach Zustand und Atemfrequenz wird der Patiente assistiert oder kontrolliert beatmet. Bei der assistierten Beatmung wird der Grossteil der Atemarbeit und der Atemregulation vom Patienten selbst geleitet. Der Rettungssanitäter, bzw. die Beatmungsmaschine unterstützt den Patienten dabei wie ein zusätzlicher Atemmuskel. Kann der Patient nicht mehr selbstständig suffizient atmen, kommt die kontrollierte Beatmung zum Einsatz. Hier übernimmt der Rettungssanitäter, bzw. die Beatmungsmaschine die vollständige Beatmung.

Entlastungspunktion

Bei einem Patienten mit einem Thoraxtrauma (Schuss-/Stichverletzung, Rippenfraktur, usw.), kann es zu einem Pneumothorax kommen. Dabei tritt Luft in den Pleuraspalt (Raum zwischen Lunge & Rippen) ein und behindert die Atmung. Im Pleuraspalt herrscht im Normalzustand ein Unterdruck. Dieser Unterdruck sorgt dafür, dass die Lunge nicht kollabiert. Tritt nun Luft hinein, kann dies zu einem teilweise oder vollständigen Kollaps des betroffenen Lungenflügels führen. Die Folgen / Symptome sind Dyspnoe (erschwerte Atmung, Atemnot), atemabhängige Schmerzen in der Brust, trockener Husten usw.. Ein Pneumothorax kann auch zu einem Spannungspneumothorax führen, eine akut lebensbedrohliche Notfallsituation. Hier wird neben der Lunge auch das Herz (wird zur Seite gedrückt), sowie die obere und untere Hohlvene (werden abgedrückt) in Mitleidenschaft gezogen. Hier werden schnelles Diagnostizieren und richtiges Handeln gefordert. Mit Hilfe einer Entlastungspunktion kann der entstandene Überdruck in der Pleuraspalt abgelassen werden.

Wichtig: Wir können erst zum C (Circulation – Herz-Kreislauf) weiter gehen, wenn sämtliche B-Probleme behoben sind. Wird der Körper bzw. seine lebenswichtigen Organe wie zum Beispiel das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, kann dies schwerwiegende Folgen für den Patienten haben.

B – Breathing (Beatmung) kurz erklärt: