Einführungswochen – Teil 2

Auch die zweite Einführungswoche war sehr abwechslungsreich und spannend. Neben einem weiteren Tag Stadtkunde, der Einführung in die Dienstplanung und das Ambulance Pad, standen auch ein Fahr- & Schleudertraining, sowie eine Pfeffersprayschulung auf dem Programm. Das Highlight war dann natürlich der erste Tag im richtigen Einsatz als Rettungssanitäter i. A..

Dienstplanung: Hier wurde uns erklärt wie die Dienstplanung genau funktioniert. Es ist von Vorteil, wenn man weiss, wie ein Dienstplan erstellt wird, wie und wo man die Ferien beantragen kann, usw. Doch wie sieht ein normaler Dienstplan in einem Rettungsdienst aus? Grundsätzlich hat jeder Rettungsdienst eine eigene Philosophie. In unserem Rettungsdienst arbeiten wir zweimal 12h am Tag. Danach habe wir einen Tag frei, gefolgt von zwei Nachtschichten à 12h. Anschliessend haben wir vier Tage frei (Wochenende). Neben den 12h-Schichten gibt es auch den Verleger-Dienst von 8.5h, welcher jeweils nur am Tag und von Montag bis Freitag stattfindet. Im Tagdienst (TD) bzw. Verlegerdienst werden hauptsächlich planbare Verlegungen von Spital zu Spital durchgeführt. In anderen Rettungsdiensten arbeitet man teilweise auch in längeren Schichten von 24h, oder sogar 36h. Hierbei spielt natürlich die Anzahl Einsätze pro Tag eine wesentliche Rolle. In ländlichen Regionen mit wenigen Einsätzen kann man eher in längeren Schichten arbeiten. In städtischen Regionen, in denen sich deutlich mehr Notfälle ereignen, arbeitet man in 12h Schichten.

Fahr- & Schleudertraining: Als Rettungssanitäter ist man ständig auf den Strassen und im dichten Verkehr unterwegs, und dies natürlich bei jeder Tages- und Jahreszeit. Besonders im Winter und bei nassen oder eisigen Verhältnissen sollte man sein Fahrzeug immer unter Kontrolle haben, und wissen wie es auf rutschigem Untergrund reagiert. Aus diesem Grund konnten wir ein Fahr- und Schleudertraining bei ASSB in Birmensdorf absolvieren. Die Schulung hatte einen kleinen Theorieteil und einen grösseren praktischen Teil.

Pfefferspray-Schulung: Leider bleibt auch der Rettungsdienst nicht von Angriffen verschont. Immer häufiger kommt es zu verbalen und körperlichen Übergriffen gegenüber Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter. Für viele ist diese Entwicklung sehr erschreckend und nicht nachvollziehbar, so auch für mich. Mit dieser Entwicklung müssen wir nun leben und uns entsprechend darauf vorbereiten. Wenn wir zu einem Notfall gerufen werden, hat unsere persönliche Sicherheit natürlich immer oberste Priorität. Ist die Lage angespannt, haben wir die Möglichkeit, die Polizei zu unserer Sicherheit und Unterstützung beizuziehen. Angespannte Situationen können wir oft mit einer ruhigen und gewaltfreien Kommunikation beruhigen. Sollten wir aber trotzdem in eine heikle Situation geraten, in der es uns nicht mehr möglich ist, rechtzeitig Verstärkung anzufordern, oder uns in Sicherheit zu bringen, haben wir als letzte Verteidigungsmöglichkeit unseren Pfefferspray. Der Einsatz des Pfeffersprays sollte aber immer als letzte Massnahme in Betracht gezogen werden. Den Umgang mit einem solchen Spray will aber gelernt sein. Aus diesem Grund haben wir eine halbtägige Schulung bei der Stadtpolizei Zürich besucht. Dort wurden wir über den korrekten Einsatz geschult und über die Folgen beim Einsatz eines Pfefferspray informiert. Es war sehr interessant, dennoch hoffe ich sehr, dass ich den Pfefferspray nie einsetzen muss. Meine Motivation ist es Menschen zu helfen, und nicht mich von Ihnen schützen zu müssen, indem ich den Pfefferspray zum Einsatz bringe.

Praktikum im RD: Mein erster Tag im offiziellen Dienst als Rettungssanitäter i. A. war sehr abwechslungsreich. Neben drei primären Einsätzen mit Sondersignal hatten wir auch zwei Verlegungen. Beim zweiten primären Einsatz wurde ich zum ersten Mal richtig gefordert, in dem ich zum ersten Mal bei einer Reanimation mithelfen musste. Für mich war dies eine neue Erfahrung. Die Situation war sehr ernst und ich habe zum ersten Mal den Stress eines lebensbedrohlichen Notfalls miterlebt. Es war sehr eindrücklich mitzuerleben, wie die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten (Rettungssanitäter, Notarzt, First Respond, Polizei) reibungslos funktionierte. Mir wurde dann auch sehr schnell bewusst, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe und ich noch viele Erfahrungen sammeln muss. Leider war die Reanimation erfolglos. Dies war ebenfalls eine neue Erfahrung für mich. Obwohl ich das ganze Geschehen aus nächster Nähe miterlebt habe, hatte ich keine Mühe dies zu verarbeiten. Nach ein paar Folgeeinsätzen hatten wir dann die Gelegenheit, den Einsatz in einem Debriefing kurz zu besprechen und allfällige Fragen zu klären.

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