1. Praktikum – “Spitex” – Meine Erfahrungen

Vom 20. Mai bis zum 31. Mai 2019 absolvierte ich mein erstes Praktikum, anlässlich meiner Ausbildung zum dipl. Rettungssanitäter HF. In diesen zwei Wochen war ich mit der Spitex Zürich unterwegs und habe gelernt, welche wichtigen und verantwortungsvollen Aufgaben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex haben.

Der Name Spitex steht für “Spitalexterne Hilfe und Pflege”. Die Hauptaufgaben von diesen Organisationen ist es, den Menschen in allen Altersgruppen Zuhause zu helfen und zu pflegen. Sie ermöglichen den Menschen so, das Wohnen und Leben zu Hause, im gewohnten Umfeld.

An den ersten zwei Tagen wurde mir das Zentrum und das Team vorgestellt und ich konnte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihren Einsätzen über die Schultern schauen. Ab dem dritten Tag konnte ich dann selbst Hand anlegen und meine ersten Erfahrungen in der Pflege sammeln.

Warum ein Praktikum in der Spitex?

Bei der Spitex betreut man meistens ältere Menschen, die noch zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld wohnen. Im Rettungsdienst hat man auch häufig mit älteren Menschen zu tun. Daher ist es wichtig, dass man lernt mit älteren Menschen umzugehen und dabei Ihre Bedürfnisse kennt. Man kann zum Beispiel einen 90-lährigen Mann nicht mit einem 20-jährigen Mann vergleichen. Ältere Menschen sind meistens nicht mehr so schnell, hören evtl. nicht mehr so gut und das Sehen kann stark eingeschränkt sein. Dann ist es wichtig, Geduld zu haben und den älteren Menschen sämtliche Massnahmen und Diagnosen kurz und verständlich zu erklären.

Im Praktikum hatte ich daher öfters mit älteren Menschen, die stets freundlich und interessiert waren, zu tun. Bei der Körperpflege habe ich die Kundinnen und Kunden stets über das weitere Vorgehen informiert, und mich über ihre Bedürfnisse erkundigt. Dies kam dann immer sehr gut an und ich erlangte so sehr schnell ihr Vertrauen. Viele wollten wissen, was ich genau mache und warum ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex begleite. Ich habe Ihnen dann erklärt, dass ich bei Schutz und Rettung Zürich arbeite, die 3-jährige Ausbildung zum dipl. Rettungssanitäter HF absolviere und anlässlich dieser Ausbildung auch ein Praktikum bei Spitex machen darf. DIes fanden sie dann sehr toll. Die meisten Kundinnen und Kunden der Spitex waren zudem sehr kommunikativ. Dadurch entstanden teilweise auch sehr interessante und lustige Gespräche.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex war sehr hilfsbereit und motiviert. So konnte ich in diesen zwei Wochen vieles von ihnen lernen und natürlich auch selbst ausprobieren. Mir wurden die Aufgaben stets bestens erklärt und gezeigt, damit ich es dann die Aufgaben auch korrekt ausführen konnte. Fragen wurden mir dabei immer ausführlich und verständlich erklärt. So konnte ich vieles aus diesem Praktikum mitnehmen.

Interessant war auch zu sehen, wo die Schnittstellen sind und wie bzw. wo wir die Zusammenarbeit verbessern können.

Meine Aufgaben im Praktikum

  • Unterstützen bei der Körperpflege
  • Unterstützen beim Anziehen
  • Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
  • Unterstützung bei der Mobilisation
  • Sich mit Kundinnen und Kunden unterhalten
  • Medikamente richten / verabreichen
  • Blutdruck, Puls und Blutzucker messen
  • Einsätze vorbereiten und protokollieren

Neben den Aufgaben der Pflege konnte ich mich auch in Sache Stadtkunde verbessern. Weil wir Hauptsächlich mit dem E-Bike unterwegs waren, konnte ich so zwei Wochen lang ein ganzes Quartier besser kennenlernen. Mit einem E-Bike ist man sehr flexibel und kann so eine Stadt wie Zürich sehr gut und vor allem ohne grosse Anstrengungen erkunden und kennenlernen. Vermutlich werde ich mir in der nächsten Zeit ein E-Bike mieten und weitere Teile der Stadt zu erkunden.

Mein Fazit

Es waren auf jeden Fall zwei spannende und abwechslungsreiche Wochen. Ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln und interessante Kontakte knüpfen. Zudem ist man viel draussen unterwegs, und kann so eine Quartier besser kennenlernen. Wenn man mit dem Velo oder E-Bike unterwegs ist, macht man auch gleich noch etwas für seine Fitness. Ein Praktikum bei der Spitex ist aus meiner Sicht sehr empfehlenswert.

Ausbildungsprogramm an der HFRB

Die Ausbildung an der Höheren Fachschule für Rettungsberufe (kurz HFRB) ist sehr interessant und abwechslungsreich. Wenn du dich entscheidest, die Ausbildung an der HFRB in Zürich zu absolvieren, erwarten dich folgende interessante Module / Themen:

  • Grundlagen
  • Kommunikation
  • Rettungsgeräte
  • Einsatzmethoden
  • Anatomie & Physiologie
  • Sicherheit & Hygiene
  • Pharmalogie
  • Anästhesie im Rettungsdienst
  • Fallsituationen
  • Führungsgrundsätze & Einsatzleitung
  • Differenzialdiagnostik
  • Berufsentwicklung
  • Kardiovaskuläre Notfälle
  • Neurologische Notfälle
  • Pneumologische Notfälle
  • Gastrointestinale Notfälle
  • Traumatologische Notfälle
  • Pädiatrische Notfälle
  • Spezielle Notfälle
  • Endokrinologische- / immunologische- & hämatologische Notfälle
  • Gynäkologische Notfälle
  • Augen- & HNO-Notfälle
  • Urologische Notfälle
  • Psychiatrische Notfälle
  • Projektwochen

Der Unterricht an der HFRB ist über alle drei Jahre in mehreren Schulblöcken unterteilt und ideal auf die praktische Ausbildung im Rettungsdienst abgestimmt. Neben viel Theorie hat man an der HFRB aber auch sehr viele praktische Einheiten, in denen man den Umgang mit Patienten übt (Patientenbeurteilung, Bergung, Skills usw.) Neben den 41 Schulwochen (18 Wochen im 1. Jahr, 16 Wochen im 2. Jahr, 7 Wochen im 3. Jahr), absolvierst du zusätzlich insgesamt 20 Wochen Praktika in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens:

  • 2 Wochen Spitex oder Geriatrie
  • 3 Wochen Akutpflege
  • 3 Wochen Notfallstation
  • 3 Wochen Anästhesie
  • 1 Woche Notrufzentrale
  • 2 Wochen Pädiatrie / Geburtshilfe
  • 3 Wochen Intensivstation
  • 3 Wochen Wahlpraktikum (z.B. Polizei, andere Rettungsdienste, usw.)

Im Rettungsdienst selber arbeitest du im ersten Jahr ca. 18 Wochen, im zweiten Jahr ca. 24 Wochen und im 3. Jahr bis zu 26 Wochen.