Einführungswochen – Teil 1

Fängt man an einer neuen Stelle an, ist eine ordentliche Einführung unumgänglich. So ist es auch, wenn man als Studierender bei einem Rettungsdienst anfängt. Speziell bei Quereinsteiger, die keine medizinische Vorkenntnisse haben, ist eine saubere Einführung sehr wichtig.

Fast jeder Rettungsdienst stellt seine Studierenden bereits vor Beginn der Ausbildung an der Höheren Fachschule an, um die internen Abläufe zu erklären, wichtige Informationen zur Ausbildung abzugeben, sowie natürlich die erste Erfahrungen im eigenen Rettungsdienst zu sammeln.

Bei uns im Rettungsdienst haben die verantwortlichen für Aus- & Weiterbildung, sowie ein paar freiwillige ein tolles und sehr interessantes Einführungsprogramm für uns Studierenden zusammengestellt. Die Schwerpunkte in der ersten Woche waren die Einführung in die ICT, Stadt- & Materialkunde und die Besichtigungen der verschiedenen Spitäler und Wachen.

STADTKUNDE: Für mich als „nicht Zürcher” stellte vor allem die Stadtkunde eine Herausforderung dar. Wenn man aus einem ländlichen Gebiet (Liechtenstein ca. 40’000 Einwohner) kommt, und in eine Stadt wie Zürich (ca. 400’000 Einwohner) wechselt, ist dies eine grosse Herausforderung, vor allem als Rettungssanitäter im Rettungsdienst. Bei den ersten Fahrten durch die Stadt wurde mir sehr schnell klar, dass ich mich schnellstmöglich mit der Stadtkunde der Stadt Zürich beschäftigen muss. Es gibt unzählig viele Strassen, Plätze, und Brücken. Zudem kommen noch viele Einbahnen und Tramlinien hinzu. Am Dienstag waren wir den ganzen Tag mit einem Kleinbus unterwegs, um die Spitäler und Wachen abzufahren, dabei musste wir uns selbst organisieren und das Fahrzeug selber lenken. Uns wurde nur das Ziel vorgegeben, die Strecke mussten wir selber auf einem Stadtplan heraussuchen. Weil ich mich bereits einige Wochen zuvor mit einem Freund getroffen habe, der mir eine ausführliche Stadtführung gegeben hat, war ich bereits etwas vorbereitet. Ein paar wenige Strassen, Plätze, öffentliche Gebäuden, Brücken usw. waren mir daher bereits etwas bekannt. Dies half mir dann sehr bei der Orientierung in der Stadt. Bereits am Feierabend habe ich mich dann mit einem leeren Blatt Papier einem Stift an den Schreibtisch gesetzt und die ersten Erfahrungen und Erkenntnisse aufgezeichnet. So konnte ich den Tag nochmals repetieren und die Namen der Strasse und Plätze einprägen. Nach der ersten Woche fühle ich mich nun schon recht sicher. Nach den ersten Dienstabläufen Anfang Mai folgt dann eine interne Stadtkunde-Prüfung, die dann vor allem für die Freigaben der Blaulichtfahrten relevant ist.

MATERIALKUNDE: Wir konnten uns bereits mit dem Material und den Gerätschaften im RTW vertraut machen. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt in der Einführung, denn bei einem Notfall zählt jede Sekunde. Wenn man dann das dringend benötigte Material nicht sofort findet, oder nicht weiss wie man ein Gerät bedient, ist das eine sehr schlechte Ausgangslage. Wir hatten zweimal einen halben Tag Zeit, unsere RTW’s und EA’s zu erkundigen und kennenzulernen. Dabei konnte wir die diversen Gerätschaften selbst ausprobieren. Wir konnten auch einige Fragen stellen, die uns dann verständlich erklärt wurden.

Stadt- & Materialkunde – Meine Tipps an dich:

  • Wenn du die Ausbildung in einer dir unbekannten Stadt / Region (wie z. B. Zürich) absolvierst, informiere dich bereits im Vorfeld über diese Stadt / Region, und besichtigt diese (wenn möglich mit jemanden der sich auskennt).
  • Setzt dich so früh wie möglich mit der Stadt / der Region auseinander. Je früher du mit ihr vertraut bist, desto sicherer bist du unterwegs. Du steigerst damit auch das Vertrauen der anderen Kollegen in dein Person.
  • Versuche auf ein leeres Blatt Papier die wichtigsten Orte, Strassen, Plätze, Flüsse usw. aufzuzeichnen. So ist der Lerneffekt grösser. Nimm wen nötig eine Karte zu Hilfe.
  • Mach dich so früh wie möglich mit dem RTW und den darin befindlichen Geräten und dem Material vertraut. Es ist wichtig, dass du die Geräte rasch bedienen kannst und weisst, wo sämtliches Material verstaut ist.

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